Team Karlsruhe erfolgreich beim Deutschen Leadcup

Die wahrscheinlich beängstigendste Kletterhalle in ganz Deutschland steht seit einigen Jahren in Darmstadt. Mit 18m Wandhöhe und fast genauso weitem Überhang bat die Wand auch dieses Jahr wieder eine super Lokalität für einen gelungenen Wettkampf. Zusätzlich zur imposanten Kletteranlage bietet die Halle auch eine amphitheaterartige Tribüne, sodass auch für die Zuschauer die Stadionatmosphäre nicht zu kurz kommt.

Der Wettkampfmarathon startete am Samstagmorgen mit der Qualifikation im Schwierigkeitsklettern (Lead) für die Jugend. Nach intensivem und scheinbar auch effektivem Training konnten sich auf den durchgehend komplexen und anspruchsvollen Routen drei von vier Karlsruher Startern den Einzug ins Finale sichern. Luis und Emi, die seit mehreren Jahren zur deutschen Nachwuchselite zählen, wenn es um kleine Griffe und steile Wände geht, freuten sich diesmal über Gesellschaft ihres Freundes Leon. Jonas, die vierte Maschine im Bunde, rutschte durch einen kleinen Patzer in der ersten Route leider auf Platz 17 ab. Platz 17 ist übrigens, betrachtet man die Ebene, auf der wir uns hier bewegen, ein  hervorragendes Ergebnis!

Das Finale am Sonntag war geprägt von spektakulären Routen durch den steilsten Teil der ohnehin schon stark überhängenden Wand. Sowohl die Mädels wie auch die Jungs mussten in Wandmitte einen weiten Sprung meistern, der sich im Endeffekt allerdings hauptsächlich als mentale Herausforderungen darstellte. Während Emilie erst an der letzen Dachkante den Weg nach unten antreten musste, war bei Luis schon zwei Meter früher Schluss: für den sehr pressigen Boulder an kleinen Spaxgriffen reichte ihm die Spannung nicht mehr aus und es siegte einmal mehr die Schwerkraft. Trotz allem konnte sich beide an zweiter Stelle aufs Podest stellen und ihre Führung um die Gesamtwertung der Deutschen Jugendmeisterschaft weiter ausbauen. Leon, der sich schon ansetzen zum Sprung einen kleinen Trittfehler erlaubte landete auf einem super guten Platz sechs.

Dass nicht nur unsere Jugend stark ist, zeigte bei den Herren übrigens das Kraftpaket schlechthin, Patrick Gebert. Mit Platz 20 konnte er sich sehr gut im Mittelfeld der deutschen Kletterelite einreihen. Auch das freut uns außerordentlich.

Im samstagabendlichen Speedcup, der sich entgegen seinem Namen ziemlich langsam in Richtung späten Abend ausbreitete, konnte Luis sich neben seinem Schwäbischer-Gmünder Kollegen Kim Marschner (hier von Gegner zu sprechen würde die Tatsachen verdrehen) als zweiter auf Podest stellen. Seine Schwester Emi tat es ihm gleich, während sich Jonas über einen Einzug ins Achtelfinale freuen durfte. Etwas vom Pech verfolgt wurde der Youngster Leon, bei dem Zeitmessanlage leider nicht auslöste und er somit mit dem letzten Platz zufrieden geben musste. Als er seinem Frust darüber zum Ausdruck brachte, kassierte er vom etwas zu scharf getriggerten Schiedsgericht noch eine gelbe Karte.

Wir sind wie immer sehr zufrieden und trainieren weiter, um die nächsten beiden Wettkämpfe in Neu-Ulm und Berlin ähnlich abzuschließen.