Der Herbst aus Sicht der Wettkampfgruppe

Nach einem durchaus erfolgreichen Baden-Württembergischen Jugendcup im Frühjahr und Sommer (siehe Artikel vom 31. Juli) standen dieses Jahr nach kurzer Verschnaufpause noch die restlichen deutschen Jugendcups an. Nachdem die beiden Bouldercups in Frankfurt und Auerbach mit mehreren Podestplatzierungen schon die ersten Erfolge brachten, musste zum Ende des Jahres dann nochmal Gurt und Seil ausgepackt werden, welche bei Jugendlichen im Vergleich zu den Matten im Boulderbereich eher zu den unbeliebten Trainingsaccessoires gehört. Unbeliebt deshalb, weil das für Lead-Wettkämpfe notwendige Ausdauertraining sehr viel zeitraubender und eintöniger ist, als das vielseitige gemeinschaftliche Bouldertraining.

Trotz allem wurde auch diese entscheidende Phase gut überstanden und wir konnten am 11. Und 12. Oktober nahezu perfekt vorbereitet in den ersten deutschen Leadcup starten (siehe Bericht 14.Oktober). Dieses Jahr das erste mal bei  kompletten deutschen Jugendcup vertreten war unser wohl fleißigster Kletterer Jonas, der in Darmstadt wegen eines kleinen Fehlers das Finale verpasste. Doch zwei Wochen Feinschliff bis zum nächsten Event am 26.11. in Neu-Ulm reichten aus, um Jonas den Weg ins Finale zu ebnen. Unterstützt von seiner Teamkameradin Emi sowie den Kameraden Luis und Leon sorgte das Team Karlsruhe also für hundertprozentige Finalquote.

Diese Quote konnte für den letzten Wettkampf am 9.11. in Berlin gehalten werden. Nach einer 10 stündigen  Sammelanreise aller Baden-Württembergischen Starter im Party-Bus konnte die positive Stimmung genutzt werden und es wurden wieder Top-Ergebnisse geholt. Luis und Emi konnten ihre Titel als deutscher Vizemeister in der Jugend A und deutsche Meisterin Jugend B verteidigen, Leon und Jonas zogen beide auf Anhieb in die Top-Ten der deutschen Jugend ein.

Nach einer anstrengenden Saison kommt eine entspannte Pause bevor wir ab Dezember wieder ins Training einsteigen. Während der Wettkampfkalender für nächstes Jahr noch nicht fertiggestellt ist, haben wir Trainer die Ziele für die kommende Saison schon lange gefasst: wir wollen weiterhin mit Kindern und Jugendlichen Leistungssport betreiben, wir wollen unser Feuer für den Klettersport weitergeben und wollen uns im Gegenzug von deren willenloser Begeisterung mitreisen lassen und mit ihnen die Felsen, Hallen und Wettkämpfe der Welt unsicher machen. Wir alle sind uns einig, dass Erfolg im Wettkampf kein primäres Ziel sein kann, sondern ein Nebeneffekt aus Spaß, gemeinsamen Erleben einem unbändigen inneren Brennen ist. Mit dieser Rezeptur haben wir keine Bedenken, dass wir auch in Zukunft zwischen erstem und letztem Platz alles belegen werden und die Gang mit den blauen Muskelshirts weiterhin Angst und Schrecken im deutschen Wettkampfgeschehen verbreiten wird.


Karlsruhe goes Vizeweltmeister

Emilie auf dem Siegertreppchen (links)

Wärend Emilie Gerhard in ihrer ersten internationalen Saison zu Beginn zwei Top-Ten-Platzierungen in Edinburgh und Imst verbuchen konnte, durfte sie vom 16. bis 19. August bei der Jugendweltmeisterschaft in Saanitch (Kanada) teilnehmen.
Auf den diesjährigen Deutschlandcups konnte sie zeigen, wo der Fitness-Hammer hängt: Wer sie in den letzten Wochen dann beim Training beobachtet hat, der hat auch gesehen, dass diese Fitness nicht von ungefähr kommt. Ob das nötige Quäntchen für den Erfolg dann noch im Trainingslager in Innsbruck antrainiert wurde, an diesem Tag einfach alles genau zusammen passte, oder ob Emis praktische Eigenschaft, einfach ungern loszulassen, zum Ziel führten, weiß bisher keiner. Fest steht nur, dass die diesjährige Vizeweltmeisterin der Jugend B Emilie Gerhardt heißt, aus Karlsruhe kommt und alle die sie kennen (oder auch nicht), vor Freude jetzt völlig ausrasten!


Top-Ergebnisse beim Europacup in Edinburgh

3. Juli 2013
Ein Bericht von Emilie Gerhard

Am zweiten Juniwochenende durfte ich auf meinen ersten Europacup nach Edinburgh. Das Deutsche Nationalteam traf sich Freitag früh auf dem Frankfurter Flughafen und wir flogen alle zusammen nach Schottland. Als wir nach 2 Stunden Flug in Edinburgh ankamen, holten wir unsere Mietautos und fuhren zu unserem Hotel. Wir liefen zusammen ans Meer und gingen Essen. Das Essen ist eben typisch Englisch und sehr gewöhnungsbedürftig.

Am Samstagmorgen ging es dann los: Wir fuhren alle zusammen als Deutsches Team von unserem Hotel in die Kletterhalle. Die Kletterhalle war ein alter Steinbruch mit einer 20 Meter überhängenden Wand. Echt furchteinflößend.
Das internationale Starterfeld war sehr groß und breit gestreut: von Israel bis Schweden. Das Stimmengewirr war voll fremder Sprachen. Meine Aufregung war sehr groß, da ich gar nicht wusste, wo ich international stehe.

In der ersten Qualifikationsroute war ich ziemlich früh dran und legte schon mal ziemlich gut vor. Ich flog einen Zug vor dem Top. Die Freude war groß und ich stieg eine Stunde später motiviert in die zweite Qualifikationsroute, welche ich Top kletterte. Ich konnte als Fünfte ins Finale eintreten.

Im Finale konnte ich dann meinen fünften Platz verteidigen, was für mich ein großartiges Ergebnis war, vor allem wenn man bedenkt, dass die Gewinnerin nur einen Zug weiter war als ich. Der Wettkampf war gleichzeitig die Qualifikation für die Europameisterschaft in Imst und für die Weltmeisterschaft in Kanada dieses Jahr. Ich freue mich sehr, dort starten zu dürfen. Insgesamt war es ein sehr schönes und erfolgreiches Wettkampfwochenende.


Karlsruher Geschwisterpaar wieder erfolgreich

16. Juni 2013, Auerbach

Beim Deutschen Jugendcup Bouldern konnten sich Emi und Luis Gerhard in gewohnt starker Manier zeigen und führten der Konkurrenz einmal mehr vor, dass die Karlsruher vom Klettern auf jeden Fall mehr verstehen als vom Tunnelbohren.

Emi, die sich im Voraus schon Sorgen machte, dass sie es vielleicht gar nicht ins Finale schaffen würde, zog dann locker als dritte ins Finale ein und ließ dort sowohl die bis dahin führende Darmstädterin Janka Meyer sowie ihre Freundin Sophie Rauberger aus Schwäbisch Gmünd hinter sich und kletterte mit vier Flash-Begehungen souverän auf Platz eins. Sie knüpfte damit direkt an ihren fünften Platz beim Europacup letzte Woche an und ein Ende der Erfolgssträhne scheint nicht in Sicht zu sein.

Luis, der sich in der Quali alle fünf Boulder locker im Flash sichern konnte, ließ dann in einem spannungsgeladenen Finale im allerletzten Moment los und musste am letzten Boulder seine Führungsposition an seinen Trainings- und Chaos-Partner Moritz Hans abgeben. Spannender hätte es nicht sein können und wir sind natürlich trotz allem mehr als zufrieden mit Luis‘ Leistung.

Wir sind gespannt auf den weiteren Verlauf der Saison und hoffen auf viele gute Platzierungen und ein entsprechend gutes Gesamtergebnis.


Boulderwettkampf in Heilbronn

20. April 2013

„Der Max und ich sind als erstes ins Finale gekommen!“ (Ilja Verspohl) „Ja und als letzte wieder raus …“ (Leon Faunholz)

Beim ersten Event der baden-württembergischen Jugendcup-Serie war das Team Karlsruhe fast vollständig vertreten. Aus gesundheitlichen Gründen musste unser Youngster Jakob leider Zuhause bleiben.

Die Stimmung war gut, die Wettkampfverpflegung famos, die Boulder schön geschraubt und jeder hatte Spaß. Die Halle quoll vor Zuschauern fast über: es hätte nicht besser sein können.

Nachdem es in der Qualifikation für die Karlsruher recht rund lief, zogen Max, Emi und Luis als Erstplatzierte ins Finale ein. Desweiteren konnten sich Leon, Ilja, Magda und Ilana fürs Finale Qualifizieren.

Waren die Quali-Boulder noch eher techniklastig und trickreich, so war im sehr schweren Finale doch hauptsächlich Power gefragt. In gewohnter Manier ließen Emi in der Jugend B und ihr Bruder Luis bei der Jugend A aber nichts anbrennen und holten sich souverän den Sieg. Während sich Luis zeitweise noch von seinem Kader-Trainingspartner Moritz Hans und dem starken Reutlinger Michael Korneck verfolgen ließ, konnte er sich am schweren Sprung des letzten Boulders noch das einzige Top holen. Emi bügelte wie immer einfach alles weg, was sich ihr in den Weg stellte und ließ der Konkurrenz keine Chance.

Für den größten Teil der Finalteilnehmer lief es allerdings nicht mehr allzu gut, als sie überrascht in die bockharten Finalboulder einsteigen mussten. Viele schafften nicht einmal den zweiten oder dritten Zug der Boulder. Alle Teilnehmer taten sich recht schwer. Trotzdem war das Ergebnis durchaus annehmbar. Ilana besetzte den sechsten Platz, Magda den vierten, Ilja den sechsten, Max den fünften, Leon ebenfalls, unser Offenburger Austauschkletterer Yannick wurde Zehnter und Emi und Luis wurden wie schon erwähnt Erste.

Das Team Karlsruhe zeigte sich in Heilbronn auf jeden Fall von seiner besten Seite und das unter anderem, da wir in unseren neuen blauen Muskelshirts einfach sehr gut unsere Muskeln spielen lassen konnten. Dafür bedanken wir uns herzlich bei „Fels und Eis“ in Pforzheim.

Ohne unsere Betreuer Schorsch, Markus und Caro wäre der Wettkampf natürlich lange nicht so schön und erfolgreich geworden, wie er letztendlich war. Vielen Dank an Euch (Ihr seid die besten!)

Wir hoffen, jeder, der diesen Artikel gelesen hat, bemerkt, wie viel Spaß uns die Wettkämpfe bereiten und bekommt selbst einmal Lust an einem teilzunehmen.

Das Wettkampfteam Karlsruhe


Karlsruher Kletterer erfolgreich beim Deutschen Jugendcup

Bei der letzten Station des Deutschen Jugendcups im Sportklettern am 20. Oktober konnten die Geschwister Emilie und Luis Gerhardt beide aufs Podest der Gesamtwertung klettern.

Luis gelang es mit einem vierten Platz in der männlichen Jugend B leider nicht an seinen Sieg beim ersten Event in Balingen anzuknüpfen, dafür konnte er seinen neunten Platz in Ingolstadt noch ausbügeln und schaffte es als dritter in der Gesamtwertung aufs Podest.

Nach einer mäßigen Qualifikation zeigte seine Schwester Emilie im Finale dann der Konkurrenz, was alles in ihr steckt und kletterte den anderen Mädels meilenweit davon. In Kombination mit den beiden fünften Plätzen in Ingolstadt und Balingen wird Emilie nach einer hervorragenden Saison mit dem Titel der deutschen Vizemeisterin in der Jugend B belohnt. Ein weiterer Grund zur Freude für Emi und die Sektion Karlsruhe ist die Tatsache, dass sie direkt in den Nationalkader berufen wurde und in der nächsten Saison den DAV international auf Wettkämpfen vertreten wird.